Rattenvermittlung

Wichtige Hinweise zur unserer Rattenvermittlung
 
 

Vorgedanken zur Adoption

Grüezi
Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse an Ratten und danken Ihnen herzlich für Ihre Kontaktnahme mit dem Club der Rattenfreunde. Wie bei jedem anderen Tier, ist es auch bei Ratten sehr wichtig, sich umfassend über diese Tiere zu informieren, um sie möglichst ihren Bedürfnissen entsprechend zu halten, und bei allfälligen Problemen richtig reagieren zu können. Ratten sind keineswegs die "einfach zu haltenden, anpassungsfähigen" oder "idealen" Heimtiere, als die sie leider oft angepriesen werden. Im Gegenteil sind Ratten sehr sensible Tiere, für die man täglich viel Zeit aufwenden und oft auch persönliche Opfer bringen muss. Leider sind es auch ausgesprochen krankheitsanfällige Tiere. Im Krankheitsfall muss neben intensiver, umfassender Betreuung mit relativ hohen Tierarztkosten gerechnet werden, was für Tierfreunde jedoch eine Selbstverständlichkeit ist.

Im Folgenden möchten wir Sie schrittweise durch Überlegungen begleiten, die für eine allfällige Aufnahme von Ratten aus unserer Rattenvermittlung wichtig sind:

1. Schritt: Infomaterial

Bitte lesen Sie unseren Leitfaden zur Rattenhaltung genau durch und fragen Sie sich aufrichtig, ob Sie bereit sind, Ratten während ihres gesamten Lebens nach diesen Anforderungen zu halten. Sind Ratten ideale Tiere für Kinder? In sehr vielen Fällen wünschen sich Kinder und Jugendliche Ratten als Heimtiere. Mittlerweile ist daraus ein Rattenboom entstanden, der den Tieren neben Beliebtheit auch sehr viel Leid gebracht hat. In fast allen Fällen sind Kinder mit der Betreuung von Ratten überfordert. Deshalb ist es wichtig, dass Erwachsene mit der Wahl von Ratten einverstanden und bereit sind, ihre Kinder zu unterstützen. Ratten reagieren empfindlich auf Lärm, Schlafstörungen und Stress. Sie müssen behutsam berührt und gehandhabt werden. Damit sie zahm bleiben, brauchen sie tägliche, umfassende Pflege. Eltern wünschen sich, dass Kinder durch Heimtiere lernen, Verantwortung zu tragen. Dieser Lernprozess darf aber nicht zulasten des Tieres gehen, denn das Tier hat Rechte, auch wenn die Kinder das Interesse an ihnen verlieren sollten. Müssen Tiere dann aber weggegeben werden, weil sich die Kinder nicht mehr um sie kümmern, ist dies aus pädagogischer Sicht ein noch viel schlechteres Statement zum Thema "Verantwortung tragen". Ab welchem Alter Kinder mit Ratten umgehen können, kommt immer auf das Kind und seine Eltern selbst an.

2. Schritt: Tierrecht und tierschützerische Einsicht

Artgerechte Heimtierhaltung erfordert ein hohes Mass an Disziplin und Verantwortungsgefühl. Dabei müssen wir uns auch bewusst machen, dass jede Art der Tierhaltung in erster Linie Egoismus ist: Wir stellen Erwartungen an das Tier, die es erfüllen soll und verlangen, dass es sich unseren Lebensgewohnheiten anpasst. Wir müssen uns den Lebensgewohnheiten der Tiere anpassen, ihre Bedürfnisse erkennen und sie akzeptieren. Dabei stellt sich die Frage, mit welchem Recht wir Tiere einsperren und von uns abhängig machen. Tiere können uns nicht sagen, ob sie überhaupt von uns gehalten werden wollen. Unsere wenn auch gutgemeinte Mühe ist letztlich Bevormundung eines Lebewesens, dass ein Recht auf Autonomie und uneingeschränkte Bewegungsfreiheit hätte.

Was werden Sie tun, wenn sich Ihre Erwartungen und Wünsche hinsichtlich Rattenhaltung nicht erfüllen sollten? Beispielsweise, wenn die Tiere nicht so zahm werden, wie Sie sich vorgestellt haben oder Sie mehr Zeit für sie brauchen, als Sie eigentlich geplant hatten?

Manchmal ist es die grössere Tierliebe, kein Tier zu halten.

3. Schritt: Unterstützen Sie weder den gewerbemässigen Handel noch private Zucht!

Fast ausnahmslos alle Ratten aus Tierhandlungen werden von Züchtern verkauft, die sich weder um die Gesundheit, noch um die Lebenserwartung dieser Tiere kümmern. Sie halten die Tiere in winzigen Plastikboxen, in denen sich die Tiere nicht aufrichten können, Rückzugs- oder Klettermöglichkeiten fehlen. Hobelspäne sind meist das einzige Einrichtungsmaterial. Selten sind auch Tageslicht und Frischluft. Die Tiere werden von den Züchtern kaum kontrolliert und betreut und schon gar nicht an die Hand gewöhnt. In fast ausnahmslos allen Fällen sind die hygienischen Zustände katastrophal: die Boxen werden nur alle paar Wochen gereinigt, die Tiere liegen in ihrem Urin und Kot. Die Ammoniakbelastung schädigt nicht nur die Atemwege der Tiere in schwerem Ausmass, oft sind die Tiere auch von Parasiten befallen. Die Tiere erhalten kein Frischfutter, sondern nur Pellets, die in die Gitterwanne gestreut werden und das Trinkwasser ist selten frisch. Die Rattenweibchen gebären alle 3 Wochen durchschnittlich 12 Junge, ohne dass ihnen Pausen gegönnt werden. Diese Jungen entstammen meist direkter Inzucht und werden viel zu früh von der Mutter getrennt. Durch diesen Mangel an Muttermilch und Nestwärme haben sie oft gesundheitliche Probleme (Erkältungen, Atemprobleme, Parasiten etc.) und auch seelische Störungen: sie sind häufig unausgeglichen, scheu und können schwer mit Stressituationen umgehen.

Diese Beschreibungen sind nicht übertrieben, sondern ganz alltägliche Realität bei Züchtern, die Tierhandlungen beliefern. Auch bei Tiergeschäften, die äusserlich einen einigermassen sauberen Eindruck machen und relative grosse Käfige in der Auslage haben, sieht es im Hinterraum und Keller selten anders aus. Vorsicht ist auch bei privaten Züchtern geboten, welche die Tiere kaum anders halten, Interessenten jedoch häufig auch noch mit falschen Versprechungen hinsichtlich Lebenserwartung locken.

Ein gravierendes Problem ist auch, dass viele Tierhandlungen geschlechtsreife Tiere (meist Geschwister) nicht trennen und stillschweigend trächtige Tiere verkaufen. Das Geschäft läuft: Denn nach einigen Wochen bringt der Käufer handzahme, wohlgenährte Rattenkinder gratis zurück ins Geschäft, die dann wieder (trächtig) verkauft werden.

Indem man Handel und Zucht von Tieren unterstützt, heisst man diese Zustände nicht nur gut, sondern bietet die Grundlage für dieses Leid. Wenn keine Tiere gekauft werden, würden sie auch nicht für den Handel gezüchtet.

4. Schritt: Nehmen Sie Tiere von Tierschutzorganisationen auf

Indem Sie Tiere von Tierschutzorganisationen und Tierheimen aufnehmen, können Sie einen tierschützerischen Beitrag gegen dieses Tierleid leisten. Berücksichtigen Sie unter Umständen auch Inserate von Privaten, die einen guten Platz für ihre Tiere suchen, weil sie sie nicht mehr halten möchten oder können. Stellen Sie dabei jedoch sicher, dass es sich nicht um Züchter handelt.

Leider bestehen noch immer meist unbegründete Vorurteile gegenüber Tierheim-Tieren. Entgegen der weitläufigen Meinung können gerade halterlose oder nicht mehr erwünschte Tiere sehr dankbar für einen guten Platz sein und die Aufnahme eines etwas älteren Tieres, das schon an den Mensch gewöhnt ist, einige Vorteile mit sich bringen. Fragen Sie doch bei einem Tierheim in ihrer Umgebung (meist kantonaler Tierschutzverein) nach und besuchen Sie unverbindlich entsprechende Tiere. Insbesondere sei hier auch der Tierrettungsdienst, 044 211 22 22 , erwähnt, und natürlich die Rattenvermittlung des Rattenclubs.

5. Schritt: Rattenvermittlung "Club der Rattenfreunde"

Als Tierschutzorganisation lehnen wir jede Art der Zucht ab. Die Vermittlung von "heimatlosen" Ratten ist hingegen eines unserer wichtigsten Anliegen. Seit der Gründung der Rattenvermittlung vermitteln wir pro Jahr hunderte von Ratten an neue Plätzchen. Die Gründe, weshalb Ratten bei uns zur Weitervermittlung gemeldet werden, sind so zahlreich, wie die Tiere selbst: "Interesse verloren", "keine Zeit mehr", "wurden nicht zahm", "bissig", "wir gehen in die Ferien, dann müssen sie weg sein", "sie hat einen Tumor bekommen", "plötzliche Allergie", "Ratte trächtig gekauft", "es gab einen "Unfall" mit Männchen und Weibchen" etc. sind nur einige Beispiele aus einer langen Liste. Oft müssen wir auch für Tiere einen Platz finden, die in Wohnungen zurückgelassen oder ausgesetzt wurden, die grundlos bei Tierärzten zum Einschläfern abgegeben wurden oder die von anderen Tierschutzorganisationen nicht vermittelt werden können.

Natürlich freuen wir uns sehr darüber, wenn Rattenfreunde den Tieren in unserer Vermittlung einen guten Platz bieten möchten. Immer häufiger haben wir auch Anfragen von Interessenten, die bereits Ratten hatten und schlechte Erfahrungen mit Ratten aus Tierhandlungen gemacht haben, und unsere Tierschutzarbeit unterstützen möchten. Sehr erfreulich ist auch, dass wir von jenen, die bereits Tiere aus unserer Rattenvermittlung aufgenommen haben, weiterempfohlen werden.

Es genügt uns aber nicht, einfach nur neue Plätze für diese Tiere zu finden: ebenso wichtig ist uns sicherzustellen, dass die neuen Besitzer sich auch langfristig gut um die Tiere kümmern und die Tiere dort auch wirklich gut aufgehoben sind. Deshalb vermitteln wir Ratten, die auf einen guten Platz warten, nur bei Erfüllung bestimmter Vereinbarungen und Richtlinien, die für Tierfreunde jedoch nicht mehr als selbstverständlich sind (siehe auch Club). Wir vermitteln jedoch keine Tiere von Vermehrern.


   ©2003 Club der Rattenfreunde CH

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